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Pressemitteilung,
28.08.2017

Chaosmanagement in einer Blackbox

Neza Yildirim, SPD-Bundestagskandidatin, besuchte HIB Trim Part Solutions in Bruchsal.

Bruchsal (art) "Arbeitnehmern eine Stimme zu verleihen, das ist auch eine wichtige Aufgabe der Politik", sagten Leni Breymaier, SPD-Landesvorsitzende Baden-Württemberg und Neza Yildirim, SPD-Bundestagskandidatin bei ihrem Gespräch mit Vertretern des Betriebsrates der Firma HIB Trim Part Solutions, besser bekannt unter dem Traditionsnamen Holzindustrie Bruchsal. Die beiden Politikerinnen waren gekommen, um sich über die Situation in dem Bruchsaler Unternehmen zu informieren und die Gewerkschaftskollegen zu fragen, wie die Politik deren Kampf um ihre Arbeitsplätze unterstützen könne. Rede und Antwort standen Anja Nellinger, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, Waldemar Bacher und Ralf Longerich sowie die Gewerkschafter Jan Spengler und Eberhard Schneider von der IG Metall. "Wir erleben zurzeit Chaosmanagement in einer Blackbox", sagten die Betriebsräte. "Wir erfahren nichts." Es gebe für einen Umbau des Unternehmens mit der Einsparung von fast 150 Arbeitsplätzen weder eine Zeitschiene, noch Zielangaben für die künftige Situation des Unternehmens. Die Gewerkschafter vermuten, dass als Ursache hinter der Reduzierung von Arbeitsplätzen allein der Kostendruck stehe, um Defizite aus der Vergangenheit auszugleichen. Sie vermissten eine offensive Geschäftspolitik des Managements im eigenen Hause, das sich um neue Aufträge und Ertragsmöglichkeiten bemühen müsste, so die Meinung der Gewerkschafter. "Wenn wir wüssten, wohin das Boot fahren soll, sind wir gerne bereit mitzurudern," sagte Waldemar Bacher. "Aber nicht, wenn man uns im Unklaren hält." So lässt sich der Betriebsrat von Fachleuten betriebswirtschaftlich und juristisch beraten und entwickelt bereits ein "Worst-Case-Szenario", was wäre, wenn es tatsächlich zur "Freisetzung" von 150 Mitarbeitern kommt. Dabei sind auch "Transfer-Gesellschaft" und "Rentenbrücke" im Gespräch. "Unsere Produkte sind durchaus gefragt und konkurrenzfähig", sagt Anja Nellinger. "Wir müssten nur neue Aufträge an Land ziehen." HIB Trim Part Solutions ist Spezialist für edle Interieur-Teile wie Cockpit-Abdeckungen oder Griffschalen in hochpreisigen Automobilen. Leni Breymaier sieht die Produkte und deren Herstellung in Bruchsal als durchaus zukunftsfähig an. Deswegen ist es ihr auch zusammen mit Neza Yildirim ein großes Anliegen, die Stimme zu erheben für 150 Einzelschicksale mit ihren Familien, die nicht in eine soziale und finanzielle Abwärtsspirale geraten sollen.

Ein weiterer Gesprächstermin war die Begegnung mit dem geschäftsführenden Vorstand des Tageselternvereins Bruchsal (TEV), Maike Schmidt und Irene Zibold. Hier nahmen die beiden Politikerinnen die Forderungen entgegen des TEV und des Landesverbandes Kindertagespflege Baden-Württemberg, nämlich "Mehr Verdienst für Tageseltern" und "Mehr Gleichbehandlung für Tageseltern". Beide Forderungen süß verpackt in Gummibärchen. Schmidt und Zibold informierten über die vielfältigen Betreuungs- und Qualifizierungsangebote des TEV und verdeutlichten deren pädagogische Qualität. Die Kindertagespflege sei ein wichtiger Baustein, um Beruf und Familie verbinden zu können, sagten die beiden. Dies müsse auch entsprechend honoriert werden. Ihre besondere Bedeutung bekamen die Gesprächstermine auch durch die Teilnahme von Tobias Borho, SPD-Ortsvereinsvorsitzender Bruchsal und Gemeinderätin Helga Langrock, ebenfalls aus Bruchsal.