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07.07.2017

Die Bürgerversicherung - gerechte Gesundheitsversorgung für alle! Wer profitiert davon und wie finanzieren wir das?

Erschienen in der Schwetzinger Zeitung / Altlußheimer Teil

Herbert Weisbrod-Frey, Mitglied des Bundesvorstands der ASG und Dr. Oliver Elmer, Psychologischer Psychotherapeut waren auf Einladung der AsF-Altlußheim und der ARBEITSGEMEINSCHAFT DER SOZIALDEMOKRATINNEN UND SOZIALDEMOKRATEN IM GESUNDHEITSWESEN (ASG) nach Altlußheim ins Bürgerhaus gekommen.

Neza Yildirim, Bundestagskandidatin der SPD übernahm an diesem Abend die Moderation und führte die interessieren Besucher ins Thema ein.

Dr. Oliver Elmer, Neza Yildirim und Herbert Weisbrod-Frey

Die SPD will die Bürgerversicherung, um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, die Solidarität zu stärken, mehr Finanzierungsgerechtigkeit zu schaffen und ein Krankenversicherungssystem mit freier Kassenwahl für alle Bürgerinnen und Bürger.

Jede und jeder erhält im Krankheitsfall die benötigten Leistungen bei Ärzten und Therapeuten, in der häuslichen Krankenpflege und in Krankenhäusern. Alle bezahlen in einer Krankenversicherung ihrer Wahl, einen Beitrag in Höhe ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit. Die Mitglieder der Krankenversicherung und die Arbeitgeber teilen sich den Beitrag je zur Hälfte. Alle Bürgerinnen und Bürger können frei wählen, bei welcher Krankenkasse sie die Bürgerversicherung abschließen wollen. Niemand darf wegen Vorerkrankungen von diesem Wahlrecht ausgeschlossen werden.

In Deutschland sind fast 90 Prozent der Bevölkerung in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) umfassend krankenversichert. Das ist gut so.

Der Grundgedanke: Jede und jeder entrichten entsprechend dem Einkommen Beiträge. Kinder und gering verdienende Familienangehörige sind beitragsfrei mitversichert. Alle erhalten die Leistungen, die im Krankheitsfall benötigt werden. Doch in der Wirklichkeit geht es nicht immer gerecht zu und wer ein besonders hohes Einkommen hat, muss sich an der solidarischen Absicherung des Krankheitsrisikos nicht beteiligen. Es wird als ungerecht empfunden, dass für Arbeitseinkommen und Renten Beiträge gezahlt werden müssen, andere Einkünfte (z.B. Kapitalerträge) aber beitragsfrei sind. Weil der Arbeitgeberbeitrag bei 7,3 Prozentpunkten eingefroren wurde, zahlen die Mitglieder der Krankenversicherung immer höhere Zusatzbeiträge, wenn die Ausgaben ihrer Krankenkasse steigen.

Selbstständige mit niedrigen Einkünften können oft ihre relativ hohen Krankenversicherungsbeiträge nicht bezahlen. Ihre Schulden bei der Krankenkasse steigen.

Für Beamte gilt ein eigenes System - die Beihilfe – und sie müssen sich zusätzlich privat versichern.

Ärztinnen und Ärzte erhalten mehr Geld für die Behandlung von Privatpatienten. In manchen Stadtteilen und auf dem Land gibt es weniger Privatpatienten. Wer dort seine Arztpraxis hat, muss mehr arbeiten für weniger Geld.

Der Vortrag der beiden Referenten ließ keine Fragen offen und nach ca. zwei Stunden waren sich alle einig:

Mit der Bürgerversicherung wird vieles besser und gerechter. Sie kann aber nicht von heute auf morgen eingeführt werden. Alles muss sehr sorgfältig bedacht werden. Eine schrittweise Einführung ist sinnvoll. Denn auch in der Übergangsphase zur Bürgerversicherung müssen gute Leistungen zur Gesundheitsversorgung zur Verfügung stehen und für alle die sie benötigen bezahlbar sein.